Prophezeiung der Apokalypse

Eine Expedition von dem Garten Eden zu dem Neuen Jerusalem:
Ein Gottes Wegweiser für die Menschheit

Kapitel 2:

Ein Blick auf das frühere Universum

Satan und die Gottesoffenbarungen
(2=Beth = „Teilung“ oder „Dualität“)

 

Gibt es Satan wirklich?
Warum läßt Gott seine Existenz zu?

Wie entstand die Bibel?

Wie wurde ein jüdisches Buch zum Lebensführer für alle?

 

Abschnittsverweise für dieses Kapitel:

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Dieses Kapitel vermittelt einen kurzen Blick in das vergangene Universum, in dem Satan die Ehre Gottes verletzte. Die daraus folgende Geschichte von Satans Zeitalter der Auflehnung hatte immense Auswirkungen für die Menschheit und das Universum. In diesem Kapitel erfahren Sie Genaueres über die Absicht, die Gott mit der Existenz Satans verfolgte, und über den Zusammenhang zwischen dieser Absicht und der Apokalypse, welche letztendlich zu Satans Untergang führen wird.

Nun benutze ich ja die Bibel, um auf die zentralen Lebens- und Glaubensfragen sowie auf Fragen der Prophetie glaubhafte und verlässliche Antworten geben zu können. Daher halte ich es für angebracht, dem geschätzten Leser, der geschätzten Leserin zumindest einen kurzen Überblick darüber zu geben, wie und unter welchen Umständen die Bibel geschrieben wurde. Nur schon die Art des Aufbaus dieses Buchs der Bücher enthüllt eine Menge über Gottes Denkweise und Pläne für die Menschheit.

Das Waw-Zeitalter

Ein Tropfen Wasser kann unter dem Mikroskop eine riesige Menge an Wissen über den Ozean enthüllen. Auf ähnliche Weise konzentrieren wir uns in diesem Kapitel auf die Absicht Gottes mit der Existenz des Menschen. Ich werde Sie etwas vom unendlichen Kosmos herausspüren lassen, der in der Bibel verborgen liegt.

Vor Millionen von Jahren, bevor die Erde und der Mensch erschaffen waren, existierte eine andere Welt. Darin war eine Regierung im Amt, über die wir allerdings wenig wissen, lediglich, daß sie unter der Aufsicht Gottes, des Schöpfers der Welt, stand.

Der Gott der Bibel ist mehrdimensional, was wir Menschen uns nur schwer vorstellen können. Im Glauben der Hebräer ist Gott der Schöpfer, der Ewig-Eine. Im vierten Jahrhundert n.Chr. verkündete jedoch das Konzil von Nizäa den „dreieinigen“ Gott. Um unser christliches Verständnis der hebräischen Denkweise anzunähern, verwende ich die Begriffe „Gottvater“, „Gottsohn“ und „Gottgeist“.

Jesus benutzte die uns vertraute Vorstellung von Vater und Sohn. Er sagte seinen Jüngern, daß Er einen Tröster schicken werde, den Heiligen Geist, der sie lehren und bei ihnen (und allen Gläubigen) bleiben werde, bis Er auf die Erde zurückkomme. Die drei Wesenheiten: Vater, Sohn und Heiliger Geist fügen sich zusammen zum einen Gott. Um dieses uns rätselhaft Erscheinende zu erklären, möchte ich das Bild des Dreiecks benutzen. Es hat drei einzelne Seiten, aber jede Seite ist ein Aspekt des Ganzen.

Gott ist ewig. Auch dies ist eine Vorstellung, die uns beschränkten menschlichen Wesen Verständnisschwierigkeiten bereitet. Er hatte keinen Anfang und wird kein Ende haben. Er war immer und wird immer sein.

Die Anfänge Satans

Ursprünglich war die Welt vollkommen. Man bedurfte keiner Gesetze, um Gott zu ehren. Allen Kreaturen war Frömmigkeit und Ehrfurcht vor dem Schöpfer angeboren.

Luzifer war die Krönung von Gottes Schöpfung: ein mächtiger, starker, strahlender Engel, ein wahres Meisterwerk. Er war mit großer Weisheit ausgestattet, seine Erscheinung zierten kostbare Juwelen, und er überstrahlte alles mit seiner Schönheit und Vollkommenheit. Er wandelte inmitten der feurigen Steine vor dem Thron auf dem heiligen Berg. In der Welt vor der Erschaffung des Menschen war er ein Erzengel von höchstem Rang. Er hatte die Stellung eines „gesalbten, beschirmenden Cherubs“ inne. Vielleicht war er ein Beschützer von Gottes heiligem Thron.

Und das Wort des HERRN geschah zu mir also:

Menschensohn, erhebe ein Klagelied über den König von Tyrus und sprich zu ihm: So spricht der Herr, der EWIGE:

Der du das Bild der Vollendung warst, voll von Weisheit und vollkommen an Schönheit, du warst in Eden, dem Garten Gottes; allerlei Edelgestein war deine Decke: Sardis, Topas und Diamant, Chrysolith, Onyx und Jaspis, Saphir, Karfunkel und Smaragd und Gold. Das Kunstwerk deiner Tamburine und deiner Pfeifen war bei dir; an dem Tage, da du geschaffen wurdest, wurden sie bereitet.

Du warst ein schirmender, gesalbter Cherub, und ich hatte dich dazu gemacht; du warst auf Gottes heiligem Berge, du wandeltest inmitten feuriger Steine. Vollkommen warst du in deinen Wegen von dem Tage an, da du geschaffen worden, bis Unrecht an dir gefunden wurde. (Hesekiel 28:11-14 EFB)

Stolz führte zu Luzifers Fall. Eines Tages wagte Luzifer, der „Morgenstern“ und „Sohn der Morgenröte“, Gottes unumschränkte Herrschaft anzuzweifeln. In der höchsten Versammlung, vor allen himmlischen Würdenträgern, verletzte er Gottes Ehre. Luzifers geringschätziges Verhalten war ein vorsätzlicher, rebellischer Versuch, den allmächtigen Gott vom Thron zu stoßen.

Die Parallelstelle in Jesaja 14:13-14 enthüllt fünf („die andere Seite“ oder He=5) Erklärungen Luzifers, durch die er Gottes Autorität verletzte:

  1. Ich will in den Himmel steigen.
  2. Ich will meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen.
  3. Ich will mich setzen auf den Berg der Versammlung im fernsten Norden.
  4. Ich will auffahren über die hohen Wolken.
  5. Ich will gleich sein dem Allerhöchsten.

Luzifer zettelte einen massiven Aufstand gegen die bestehende Ordnung an. Er bewog ein Drittel der Engel dazu, ihm in seiner Rebellion gegen Gott zu folgen, indem er sie davon überzeugte, daß ein Regierungssystem ohne Gott Erfolg haben könne.

Nun erforderte Gottes Heiligkeit die sofortige Beseitigung der Aufruhrquelle, damit Seine Ehre wieder hergestellt werde. Gott hätte alles zerstören und alle diejenigen töten können, die sich eines Verstoßes gegen Ihn schuldig gemacht hatten. Dies hätte jedoch dazu geführt, daß sich auch die guten Engel in Furcht von Gott zurückgezogen hätten. Er änderte also stattdessen Luzifers Namen in Satan, vertrieb ihn vom heiligen Berg und mit ihm all jene, die die göttliche Ordnung verletzt und seine Herrschaft missachtet hatten.

Durch die Größe deines Handels wurde dein Inneres mit Gewalttat erfüllt, und du sündigtest; und ich habe dich entweiht vom Berge Gottes hinweg und habe dich, du schirmender Cherub, vertilgt aus der Mitte der feurigen Steine.

Dein Herz hat sich erhoben ob deiner Schönheit, du hast deine Weisheit zunichte gemacht wegen deines Glanzes; ich habe dich zu Boden geworfen, habe dich vor Königen dahingegeben, damit sie ihre Lust an dir sehen. (Hesekiel 28:16-17 EFB)

Neue Richtlinien mussten geschaffen werden, um die Harmonie wieder herzustellen. Es galt, die Mächte und Herrscher des Himmels durch eine neue Führung zu ersetzen – und zwar durch eine, die künftig Aufstände unmöglich machen würde. Künftige Generationen sollten sich freiwillig der Herrschaft der Liebe unterstellen. 7000 Jahre des Aufstandes und des Aufruhrs gegen Gott sollten der Menschheit ein für allemal klar machen, dass es sinnlos ist, sich gegen Gottes Herrschaft aufzulehnen.

Satan wurde, obwohl er aus der Versammlung der Heiligen ausgestoßen war, immer noch Zutritt zum Himmel gewährt, und er wurde auch bei bestimmten Zusammenkünften vor Gott geduldet.

Und es geschah eines Tages, da kamen die Söhne Gottes, um sich vor den HERRN zu stellen; und auch der Satan kam in ihrer Mitte. Und der HERR sprach zum Satan: Wo kommst du her? Und der Satan antwortete dem HERRN und sprach: Vom Durchstreifen der Erde und vom Umherwandeln auf ihr. (Hiob 1:6-7 EFB)

Und es geschah eines Tages, da kamen die Söhne Gottes, um sich vor den HERRN zu stellen; und auch der Satan kam in ihrer Mitte, um sich vor den HERRN zu stellen. Und der HERR sprach zum Satan: Von woher kommst du? Und der Satan antwortete dem HERRN und sprach: Vom Durchstreifen der Erde und vom Umherwandeln auf ihr. (Hiob 2:1-2 EFB)

Bei diesen besonderen Versammlungen entfachte Satan immer wieder Streit, indem er vorschlug, Gott solle das expandierende Universum sich selbst überlassen, damit es ohne göttliches Eingreifen seinen Lauf nimmt. Viele Engel – man vermutet bis zu einem Drittel – hatten Satan bereits die Treue geschworen im Kampf gegen den Schöpfer des Alls.

Ich kann mir leicht vorstellen, worüber Satan sich beklagt haben mag. Er wollte Gott dazu bewegen, zuzulassen, daß künftig erschaffene Wesen selbständig Entschlüsse fassen und Gesetze dahingehend ändern können, daß sie zu ihren eigenen Lebensvorstellungen passten. Er erklärte, Gott dürfe seine Kreaturen nicht daran hindern, gemäß ihrem eigenen, unabhängigen Willen zu leben. Gott solle keine Unterwerfung unter eine Alleinherrschaft erzwingen, selbst wenn die von ihm erschaffenen Wesen so weit gegen die bestehenden Gesetze verstießen, daß sie sogar die Existenz ihres Schöpfers selbst leugnen würden!

Satan argumentierte, daß das Weltall, nachdem es einmal erschaffen war, keine Überwachung mehr brauche. Bloß weil Gott behaupte, gerecht und immer vollkommen zu sein, hieße das noch lange nicht, daß seine Kreaturen sich nicht ohne sein Zutun zu etwas Besserem entwickeln könnten. Wenn sich aus der Evolution etwas Besseres ergäbe, so würde dies beweisen, daß Gottes Eingreifen nicht zum Besten der Geschöpfe wäre, die Er lenken wolle.

Würde Gott zugeben, dass Satan Recht hat, so wäre die logische Schlussfolgerung daraus, daß ein Teil seiner Schöpfung minderwertig und verbesserungswürdig wäre. Die Vielfalt der Natur ist Teil dessen, was Er erschuf, aber Satan erklärte, daß es der Vielfalt überlassen sein solle, sich auf eigene Weise zu entwickeln, wohin auch immer dies führen würde. „Du bist nicht fair, Gott“, sagte Satan. „Als ich versuchte, meine Meinung zu vertreten, hast du mich ungerechtfertigt verstoßen.“

Satan wollte ein Weltsystem ohne Gottes Gesetze errichten, in dem die Existenz Gottes verleugnet würde. Gott stimmte schließlich zu, daß Satan seine eigene Philosophie ausprobieren könne. Aus lauter Liebe und Güte sehnt sich der Schöpfer danach, dass die Menschen seinen Rechtsnormen freiwillig zustimmen. Man kann ja keinen Gehorsam aus Liebe erzwingen, und doch gilt es, den Geist des Ungehorsams und der Rebellion in die Schranken zu weisen, sonst würde das Universum binnen kurzem mit Aufruhr, Chaos, Krieg und Zerstörung erfüllt.

So gewährte Gott unter strenger Überwachung dem Teufel, an einem bestimmten Ort im Universum seinen gotteslästerlichen Vorschlag in die Tat umzusetzen. Satans ketzerische Theorie sollte in der Endlichkeit ausprobiert werden, so daß sein Vorschlag, die Welt ohne Gott zu regieren, sich als höchst unzulänglich und undurchführbar erweisen würde. So würde es jedermann klar werden, daß Satans Idee von einer selbstdefinierten Gerechtigkeit nur in Verderben, Chaos, Sünde und Tod enden könne. Wie könnte Gott sonst sicherstellen, dass da nie wieder eine Gruppe von Geschöpfen da sein würde, die ihn entehren und einen solchen Aufruhr anzetteln würde, dass sie sich gegenseitig zerstören und sich der Vernichtung preisgeben?

Der grandiose Plan Gottes würde nämlich jedem klar machen, dass die teuflische Propaganda des selbstgemachten Rechts letztendlich scheitern musste und in Verderben, C haos, Sünde und Tod enden würde. Im Gegensatz zu Satan wusste Gott, daß das Universum aus den Fugen und in Vergessenheit geraten würde, sobald es von der alleinigen Quelle und der göttlichen Lebensqualität losgelöst wäre.

Doch Satan lässt sich nie und nimmer für Gottes Pläne gewinnen. In seinem Hass und Zorn darüber, daß er aus dem höchsten Regierungsrang verstoßen worden ist, bleibt er in ewiger Rebellion verhaftet und fährt fort, überall im Universum Unruhe zu stiften. Er hat viele Anhänger unter den Engeln und den Menschen um sich zu scharen vermocht.

Gottes Plan für die Menschheit

Gott schuf eine Welt eigens zu dem Zweck, daß Satan darin seine gottlosen und aufrührerischen Theorien umsetzen konnte. Zu diesem Ort machte er unsere Erde, und sie wurde dazu bestimmt, das Schlachtfeld für den Kampf zwischen Gut und Böse zu werden.

Dieser Kampf zwischen Gott und Satan wird seinen Höhepunkt während der Apokalypse finden. Dann wird die Vorstellung des Widersachers, wie die Welt regiert werden sollte, ihre ganze verderbliche Kraft entfalten. Sieben Jahre wird dem teuflischen Geist der Rebellion freier Lauf gewährt werden. Es wird weltweit Aufruhr, Chaos, Krieg und Verwüstung herrschen, und zwar ausnahmslos auf allen Kontinenten und in allen Nationen und Volksgruppen.

Unsere Erde

Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.

Und Gott sprach: Es werde Licht! und es ward Licht.

Und Gott sah das Licht, daß es gut war; und Gott schied das Licht von der Finsternis. Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht.

Und es ward Abend und es ward Morgen: erster Tag.

Und Gott sprach: Es werde eine Ausdehnung inmitten der Wasser, und sie scheide die Wasser von den Wassern!

Und Gott machte die Ausdehnung und schied die Wasser, welche unterhalb der Ausdehnung, von den Wassern, die oberhalb der Ausdehnung sind. Und es ward also. Und Gott nannte die Ausdehnung Himmel. Und es ward Abend und es ward Morgen: zweiter Tag.

Und Gott sprach: Es sammeln sich die Wasser unterhalb des Himmels an einen Ort, und es werde sichtbar das Trockene! Und es ward also. Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meere. Und Gott sah, daß es gut war.

Und Gott sprach: Die Erde lasse Gras hervorsprossen, Kraut, das Samen hervorbringe, Fruchtbäume, die Frucht tragen nach ihrer Art, in welcher ihr Same sei auf der Erde! Und es ward also. Und die Erde brachte Gras hervor, Kraut, das Samen hervorbringt nach seiner Art, und Bäume, die Frucht tragen, in welcher ihr Same ist nach ihrer Art. Und Gott sah, daß es gut war. Und es ward Abend und es ward Morgen: dritter Tag.

Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Ausdehnung des Himmels, um den Tag von der Nacht zu scheiden, und sie seien zu Zeichen und zur Bestimmung von Zeiten und Tagen und Jahren; und sie seien zu Lichtern an der Ausdehnung des Himmels, um auf die Erde zu leuchten! Und es ward also.

Und Gott machte die zwei großen Lichter: das große Licht zur Beherrschung des Tages, und das kleine Licht zur Beherrschung der Nacht, und die Sterne. Und Gott setzte sie an die Ausdehnung des Himmels, um auf die Erde zu leuchten, und um zu herrschen am Tage und in der Nacht und das Licht von der Finsternis zu scheiden.

Und Gott sah, daß es gut war. Und es ward Abend und es ward Morgen: vierter Tag.

Und Gott sprach: Es wimmeln die Wasser vom Gewimmel lebendiger Wesen, und Gevögel fliege über der Erde angesichts der Ausdehnung des Himmels! Und Gott schuf die großen Seeungeheuer und jedes sich regende, lebendige Wesen, wovon die Wasser wimmeln, nach ihrer Art, und alles geflügelte Gevögel nach seiner Art.

Und Gott sah, daß es gut war. Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Wasser in den Meeren, und das Gevögel mehre sich auf der Erde! Und es ward Abend und es ward Morgen: fünfter Tag.

Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendige Wesen nach ihrer Art: Vieh und Gewürm und Getier der Erde nach seiner Art! Und es ward also. Und Gott machte das Getier der Erde nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art, und alles, was sich auf dem Erdboden regt, nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war.

Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen in unserem Bilde, nach unserem Gleichnis; und sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über das Gevögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das sich auf der Erde regt! Und Gott schuf den Menschen in seinem Bilde, im Bilde Gottes schuf er ihn; Mann und Weib schuf er sie.

Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan; und herrschet über die Fische des Meeres und über das Gevögel des Himmels und über alles Getier, das sich auf der Erde regt!

Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch gegeben alles samenbringende Kraut, das auf der Fläche der ganzen Erde ist, und jeden Baum, an welchem samenbringende Baumfrucht ist: es soll euch zur Speise sein; und allem Getier der Erde und allem Gevögel des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, in welchem eine lebendige Seele ist, habe ich alles grüne Kraut zur Speise gegeben.

Und es ward also. Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und es ward Abend und es ward Morgen: der sechste Tag. (1.Mose 1:1-31 EFB)

Dann erschuf Gott den Menschen, eine neue Kreatur mit ganz bestimmter Wesensart. Er besaß die Fähigkeit, in seinem Verhalten zwischen Gut und Böse zu wählen. Satan sollte begrenzt Zugang zu den Menschen gewährt werden, um sie zum Ungehorsam verleiten zu können. Das Ergebnis dieser Prüfungen ist bekannt; es zeigten sich endgültig und zweifelsfrei die furchtbaren Folgen von Satans umstürzlerischen Ideen.

Nun ist Gott allwissend, und ihm war von Anfang an klar, daß der Mensch schon die allererste Prüfung nicht bestehen und Opfer von Satans bösem Plan werden würde. Deshalb erschuf Er den Menschen vorsorglich nur mit einer begrenzten Lebensdauer, so daß die Menschheit nicht für immer Satans verderblichem Werk ausgesetzt sein würde. Gott beschloss jedoch, dem Menschen eine Möglichkeit des Lebens über den Tod hinaus zu gewähren.

Da die Menschen nun in einer gefallenen Welt leben mussten, enthüllte ihnen Gott, der Schöpfer, Seinen Plan zur Versöhnung. Er wollte sich selbst Satans Reich des Bösen unterwerfen, sich demütigen und einen Stand einnehmen, der selbst niedriger war als der der Engel. Er erklärte sich bereit, inmitten der kommenden Menschheit auf Erden zu leben.

Der ewige Gottsohn sollte als menschliches Wesen in einer vergänglichen Welt voller Leid und Verderbtheit unter rebellischen Menschen leben und dabei all das durchleben, was ein normales Menschenleben ausmacht. Gegen Ende seines Besuches auf Erden würde Er beweisen, daß man Gott in jeglicher Umgebung durch die Anerkennung Seiner Gesetze ehren kann. In menschlicher Gestalt würde Er zeigen, daß selbst in einer Umgebung von Widerstand, Sünde, Verbrechen, Armut, Sklaverei und einer grausamen Militärdiktatur ein gottgefälliges Leben auf Erden möglich ist. Sein Dasein als Mensch wäre den Naturgewalten dieser Welt ausgesetzt, unendlichen Geduldproben unterworfen und würde schließlich alles andere als friedlich enden – nämlich in der Hinrichtung am Kreuz.

Nachdem Er den Tod am Kreuz erlitten und durch Gottvater wieder auferweckt werden sollte, würde Gottsohn Erlösung und Erneuerung für die Sünder unter den Menschen herbeiführen, die auf Erden unter Satans Gewalt standen. Dem Plan zufolge würde Gott zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft während Satans Herrschaft bestimmte menschliche Wesen dazu auserwählen, mit Ihm das Universum zu regieren.

Diese ausersehenen Menschen würden, bevor sie wieder zum Leben erweckt würden, auf Erden dazu ausgebildet, die neuen Statthalter zu werden. Solange diese ausgewählte Gruppe von Menschen auf der Erde weilte, würde sie massiven Angriffen von Verrohung, Sünde, Versagen, Schmerzen und Tod ausgesetzt sein. Aufgrund all der auf Erden durchlittenen Heimsuchungen würden diese Heiligen Gott von ganzem Herzen lieben und Ihm unendlich treu ergeben sein – im Wissen, dass sie sich einzig und alleine durch den Glauben an Gottes Macht ändern und dem Schöpfer ähnlich sein konnten.

Diese Erlösten werden als Teil der neuen Schöpfung die Stellen einnehmen, welche Satan und seinen unseligen Engel hinterlassen haben. Sie werden das expandierende Universum regieren und eine neue Weltordnung aufbauen, in der Gottes Integrität gesichert ist und in der keine Missverständnisse mehr aufkommen werden. Nie wieder soll jemand Gott beleidigen können.

Am Ende der Zeit wird Jesus Christus, der Gottsohn, zur Rechten von Gottes Thron, in Macht und Herrlichkeit sitzen in der Gesellschaft von Millionen erlöster Menschenkinder, die Gott ehren und preisen. In größter Demut, in seine menschliche Gestalt gehüllt, immer noch die Wundmale von den Nägeln an seinen Händen und Füßen tragend, wird Jesus dem Gottvater all die Macht des Universums zurückgeben, die Ihm übertragen worden ist. Dieses wird das Zeichen der Wiederherstellung von Gottes Ehre sein.

Das letzte Kapitel der Bibel lehrt, daß Gott nach dem Ende der Zeitrechnung einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen wird, darin Er mit den Menschen in einer nie gesehenen Beziehung leben wird. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid, kein Schmerz oder Tränen – nur Freude, Erfüllung und ein Leben in Zufriedenheit.

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr.

Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Throne saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht [zu mir]: Schreibe, denn diese Worte sind gewiß und wahrhaftig. (Offb. 21:1,4-5 EFB)

Die Offenbarungen Gottes

Seit jeher empfingen die Menschen auf Erden immer wieder göttliche Weisungen und Offenbarungen. Diese gestatten es dem Menschen, inmitten des Bösen in Harmonie mit Gott und der Natur zu leben. Noch während das erste Menschenpaar im Garten Eden wohnte, wurden die göttlichen Weisungen fest in seinem Bewusstsein verankert. Nach der Vertreibung Adams und Evas aus dem Garten Eden wurden die empfangenen Gottesoffenbarungen von Generation zu Generation weitergegeben.

Mit der Zeit jedoch vergaßen die Menschen, wie sie nach Gottes Willen leben sollten. Es wurde notwendig, Gottes ursprüngliche Gesetze schriftlich festzuhalten, damit sie unverändert an künftige Generationen weitergegeben werden konnten. Die Bibel entstand, indem gottergebene Menschen das aufschrieben, was sie beobachteten und erlebten. Im Buch der Offenbarung bezeugt Johannes, wie er in den Himmel entrückt und beauftragt wurde, niederzuschreiben, was er gesehen hatte. „Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn und hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune, die sprach: Was du siehst, das schreibe in ein Buch...“ (Offenbarung 1:10-11 LB/84).

Insgesamt vierzig Autoren, die durch Jahrhunderte voneinander getrennt lebten, verschiedene Kulturen und einen Querschnitt durch alle nur möglichen sozialen und wirtschaftlichen Schichten repräsentierten, waren an der Verfassung der Bibel beteiligt. Im Gehorsam hielten diese Menschen genau fest, was Gott befahl, obgleich sie nicht immer verstanden, was da durch sie übermittelt wurde.

Die Verfasser der Bibel geben eine umfassende Darstellung von verschiedenen Lebenslagen und Tätigkeiten. Dabei kommt ein breites Spektrum an Lebensweisen, Erziehungsformen und Berufsständen, ja jeder erdenkliche Aspekt menschlichen Lebens und Strebens, zum Ausdruck.

Hier einige Beispiele:

Moses stellte die Thora, die ersten fünf Bücher der Bibel, zusammen. Diese Originalmanuskripte beinhalteten Aufzeichnungen der frühen Geschichte der Menschheit und beschrieben, wie die Welt erschaffen wurde. Sie erzählten von den Erlebnissen Adams und Evas im Garten Eden und erklärten, warum Gott die erste Zivilisation durch eine weltweite Flutkatastrophe zerstörte. Leider überstand die damals bereits hochentwickelte Kunst der Papierherstellung die Sintflut nicht. Das Papier musste neu erfunden werden. Man benutzte dazu alle nur möglichen Materialien, die in der Umgebung zur Verfügung standen. So wurde die Menschheitsgeschichte größtenteils auf Schriftrollen aus Pergament und brüchigem Papyrus geschrieben, das aus flach gedrückten, gepressten Blättern hergestellt war. Es glich den Maisblättern um unser Tamalegericht.

Nach der Sintflut siedelten sich Noahs Nachkommen dort an, wo heute China ist. Sie nahmen eine Sammlung der göttlichen Weisungen mit, die die Katastrophe überstanden hatte. Satan hat wiederholt versucht, Gottes Weisung an den Menschen zu vernichten und unwirksam zu machen, indem er Lügen verbreitete und falsche Religionen erfand. Aber wann immer Satan versucht, die geschriebenen Weisungen Gottes zu vernichten, ersetzt sie der Herr an anderer Stelle.

Als die Bevölkerung zunahm, stiftete Satan erneut Unruhe. Er verleitete einen chinesischen Kaiser dazu, alle alten Bücher zu verbrennen und jede Spur ihrer Existenz zu vernichten. Die meisten alten Aufzeichnungen, Schriftrollen, Gemälde, Töpferwaren und unschätzbare Kunstwerke verschwanden, einschließlich der heiligen Schriften Gottes. Um sicher zu gehen, daß keine Spuren erhalten blieben, ließ der Kaiser jeden töten, der sich womöglich an die Vergangenheit erinnerte.

Doch Gott sorgte dafür, dass an einem anderen Ort, nämlich in Südwest-Asien, eine praktisch vollständige Sammlung der vorsintflutlichen Gottesoffenbarungen bewahrt blieb. Dort bestimmte Er eine Sippe dazu, das Volk Israel zu werden. Gott schloss einen besonderen Bund mit Abraham, um die heiligen Rollen zu sichern.

Eines der hebräischen Originalmanuskripte war zusammen mit vielen handgeschriebenen Kopien der alten Gesetze im Fundament von Salomos Tempel vergraben. Im Jahre 588 v. Chr. bewog Satan König Nebukadnezar, Jerusalem anzugreifen und die Stadt und den jüdischen Tempel zu zerstören. Wunderbarerweise überlebten ein paar Rollen die Zerstörung und wurden heimlich an einen anderen Ort gebracht.

Alexandria war der Mittelpunkt eines aufsteigenden Weltreichs und hätte eigentlich der Ausgangspunkt werden können, von dem aus sich die alten Gesetze und die Kenntnis der Bibel hätten ausbreiten können. Satan, der unerbittliche Widersacher, schlief jedoch nicht. Im Jahre 284 v. Chr. Startete er einen neuerlichen Angriff gegen die Verbreitung der alten Wahrheiten, als nämlich eine große Sammlung von alten Büchern in der damals größten Bibliothek Alexandriens den Gelüsten eines mörderischen Despoten, Ptolemäus Philadelphus, zum Opfer fiel. Er ließ alles verbrennen. Dabei wurde eine Sammlung von 700.000 handgeschriebenen Büchern über die Fortschritte in Wissenschaft und Mathematik vernichtet. Julius Cäsar wiederholte diesen Akt der Zerstörung im Jahr 47 v. Chr., und das Gleiche tat der Kalif Omar im Jahr 640 n. Chr.

Diesmal schien es, als hätte Satan Erfolg gehabt. Die Welt vergaß beinahe ihren Anfang. Aber trotz Satans intensivster Bemühungen gelang es Gott immer wieder, die wichtigsten Teile dessen, was verloren gegangen war, und was Er künftige Generationen wissen lassen wollte, wiederherzustellen. Aus dieser großen Zahl von Schriftrollen entstand schließlich die Bibel, wie wir sie heute kennen.

Wir können uns auf die Richtigkeit der Bibel verlassen, denn während der Römerzeit verwahrten kleine, aufopferungsvolle Gruppen von Juden, die alles riskierten, um ihre alten Aufzeichnungen zu erhalten, viele heilige Schriftrollen in Höhlen. Die Schreiber, die diese Aufzeichnungen kopierten, arbeiteten diszipliniert, sorgfältig und behutsam und widmeten ihre ganze Hingabe dem exakten und gewissenhaften Erhalt dieser schriftlichen Aufzeichnungen.

Im 20. Jahrhundert wurden die Qumran-Rollen und andere Schriftrollen aus der Wüste von Judäa wieder entdeckt. Als sie mit den Rollen verglichen wurden, die als Grundlage für den Druck von Bibeln dienten, fand man sie buchstäblich identisch. Diese Texttreue - trotz Hunderter dazwischen liegender Jahre – beweist die Zuverlässigkeit und Sorgfalt, die die alten und mittelalterlichen Schreiber auf eine exakte Wiedergabe verwendeten.

Als die Schrift sich weiter ausbreitete, gelangte die Bibel, die auch das Evangelium von Jesus Christus mit einschloss, nach Europa. Satan schuf eine islamische Militärmacht, um die Verbreitung des Evangeliums aufzuhalten. Er manipulierte die römisch-katholische Kirche, indem er unter die Kirchenoberen etliche niederträchtige, korrupte Päpste, Kardinäle und Bischöfe einschleuste, die skrupellos auf öffentlichen Plätzen jeden folterten und verbrannten, der an der biblischen Lehre festhielt. Gott wirkte dem entgegen, indem Er die eigentlichen Ketzer jeweils durch gottesfürchtige Führungspersonen ersetzte. Diese wurden dann wiederum von der Kirche und ihren politischen Verbündeten hingerichtet. So ging es über Jahrhunderte hinweg.

Die protestantische Reformation setzte dem dunklen Mittelalter ein Ende. Dank der Wiederbelebung vieler biblischer Wahrheiten blühte die westliche Welt wieder auf. Die Menschen erlangten mehr Freiheiten. Gottes Gesetze wurden mit Hilfe der Druckerpresse vervielfältigt, die Bibel wurde in Hunderten von Sprachen gedruckt und verbreitet.

Satan lässt bekanntlich nichts unversucht. So machte er sich schließlich daran, das zum Schweigen zu bringen und ins Lächerliche zu ziehen, was er doch nicht vernichten konnte. Er änderte seine Strategie dahingehend, daß er nun die Erziehungssysteme der Welt indoktrinierte. Unsere Schulen und Universitäten vermitteln ein verfälschtes, atheistisches Wahrheitsbild, indem sie Gottes Existenz und seinen rechtmäßigen Platz im öffentlichen und politischen Geschehen kategorisch leugnen.

Satan hat große Anstrengungen unternommen, um die Menschheit daran zu hindern, den Weg zu ihrer Errettung zu finden, und er sucht jeden Versuch des Menschen zu vereiteln, den Weg zum ewigen Leben und zur Gemeinschaft mit der Familie Gottes zu erkennen. Oft bedient er sich einer weiteren, im Laufe der Geschichte bewährten Methode: des Krieges. Das letzte Jahrhundert hat mehr Kriege gesehen als die gesamte Geschichte der Menschheit. So sind die Menschen ständig im Kampf ums Überleben gefangen, weshalb sie keine Zeit finden, Gottes Plan für ihre Lebensgestaltung zu erfassen.

Die Bibel verstehen

Die Bibel zu verstehen und ihre Wahrheiten anzuwenden, ist höchste Gnade. Wir brauchen Gottes Wort an uns, die Heilige Schrift, um daraus Erleuchtung und Leben zu schöpfen. Wer sich heutzutage ein gründliches Bibelwissen aneignen will, ist jedoch vor große Herausforderungen gestellt.

Das trifft insbesondere auf das Alte Testament zu, sind doch zu seinem Verständnis einige Gedanken- und Zeitsprünge zu bewältigen. Eine gute Kenntnis des Alten Testaments ist jedoch unabdingbar, um das Neue zu begreifen. Denn das Alte Testament weist auf Jesus Christus und auf dessen göttliche Verfasserschaft hin. Das Ziel des Bibelschülers sollte nach Möglichkeit sein, das Verständnis so weit herzustellen, dass er bei jedem einzelnen Buch des Alten Testaments dem menschlichen Verfasser „über die Schulter schaut“. Nur so kann er das Gelehrte auch praktisch auf das eigene Leben anwenden.

Man beachte die folgenden Unterschiede zwischen unserer Zeit und jener der Verfasser des Alten Testaments:

Dazu kommt, daß mehr als die Hälfte des Textes des Alten Testaments in Gedichtform geschrieben ist. Alle Psalmen und Sprichwörter sind Poesie. Der überwiegende Teil der prophetischen Werke (große und kleine Propheten) ist ebenfalls in Versen geschrieben. Deshalb muss man, um sich die Reichtümer des Alten Testaments zu erschließen, zumindest ein grobes Verständnis der hebräischen Dichtkunst haben.

Westliche Dichtkunst bedient sich der folgenden Mittel:

Klang sich reimender Wörter.

Gleiche oder ergänzende Silbenzahl in jeder Zeile.

  1. Bildersprache und Metaphorik sind im Vergleich zum Klang zweitrangig.

Zum Beispiel:

Mary hatt ein kleines Lamm (7 Silben)

Ganz schneeweiß war sein Fell. (6 Silben)

Und wohin stets Mary ging (7 Silben)

Lief auch das Lämmchen schnell. (6 Silben)

Die hebräische Dichtkunst bedient sich folgender Mittel:

  1. inhaltlicher Parallelismus.
  2. Silbenzahl – sie ist wichtiger als Reime.
  3. Bildersprache und Metaphorik haben Vorrang vor dem Klang.

Zum Beispiel: (Psalm 119, 105)

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte

Und auf meinem Weg ein Licht .

Man beachte die Bildersprache. Für Gottes Wort steht Leuchte, in Verbindung dazu steht Licht und auch Fuß und Weg stehen miteinander in Beziehung.

Hier ein weiteres Beispiel: (Sprüche 3:1 LB/84)

„Mein Sohn, vergiss meine Weisung nicht,

und dein Herz behalte meine Gebote.“

Man beachte die inhaltlichen Parallelen zwischen vergessen und behalten einerseits und Weisungund Gebote andererseits.

Eine andere Form von Parallelismus ist der Gebrauch von Gegensätzen zum Ausdruck kontrastierender Ideen.

Zum Beispiel: (Sprüche 11, 19 LB/84)

Gerechtigkeit führt zum Leben;

Aber dem Bösen nachjagen führt zumTode.

Der wahre Schüssel zum Verständnis hebräischer Dichtung, und damit auch zum Verständnis der Dichtung des Alten Testaments, liegt in der Beherzigung des Folgenden:

Das westliche Ohr lauscht nach ähnlichem Klang.

Das hebräische Auge sucht nach ähnlichen oder entgegengesetzten Ideen.

Diese Gedanken können als Hilfsmittel betrachtet werden, mit dem sich einer der Unterschiede zwischen dem modernen Leser und dem Schreiber aus früheren Zeiten überbrücken lässt. Hat man einmal erfasst, ist man auf dem besten Weg, die Propheten des Alten Testaments zu verstehen.

Um es noch einmal gedanklich zusammenzufassen: Zum Austausch von Gedanken und Ideen bedient sich die westliche Kultur des Ohrs, die hebräische jedoch des Auges, um nach Entsprechungen zu suchen.

Überblick über die Bibel

Die Bibel enthält eine mehr als 1.600 Jahre nach Moses geschriebene, fortlaufende Geschichte der Menschheit. Sie setzt sich aus 66 Büchern zusammen: 39 im Alten Testament und 27 im Neuen Testament.

Im Alten Testament der englischen und deutschen Bibel unterscheidet sich die Reihenfolge der Bücher leicht von der im hebräischen Original der Heiligen Schrift. Die Heiligen Schriften der Juden waren in vier Teile unterteilt:

I. Das Gesetz (Thora)

Die fünf Bücher Moses beginnen mit der Genesis und erreichen ihren Höhepunkt im Deuteronomium, an dessen Ende die Zehn Gebote stehen, die in zwei Steintafeln graviert waren, so daß auf jeder der beiden steinernen Flächen fünf Gesetze erschienen (die Zahl 5 weist auf He, „die andere Seite“ hin). Der Pentateuch (das Wort ist griechisch und bedeutet „Fünf-Rollen-Buch“) ist der Anfang des Alten Testaments.

II. Die früheren Propheten

Josua, Richter, Samuel und Könige

III. Die späteren Propheten

Jesaja, Jeremia, Hesekiel und "die Zwölf" (zwölf kurze prophetische Bücher, die ursprünglich zusammen auf einer Schriftrolle standen und deshalb als ein Buch betrachtet wurden: Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zephanja, Haggai, Sacharja, und Maleachi).

IV. Die Schriften

  1. Psalmen, Spr ü che und Hiob
  2. Das Hohelied Salomos, Ruth, Klagelieder, Prediger und Esther
  3. Daniel
  4. Esra, Nehemia und die Chronik.

Die 27 Bücher des Neuen Testaments sind ebenfalls in vier Teile gegliedert:

I. Die vier Evangelien und die Apostelgeschichte

II. Die Briefe des Paulus („An die Römer“ bis „An Philemon“)

III. Die allgemeinen Briefe („An die Hebräer“ bis „Brief des Judas“)

IV. Das Buch der Offenbarung (das die Apokalypse beschreibt)

Es ist interessant festzustellen, daß es vier Teile (vier = Daleth, „die Welt in dieser Zeit”) im Alten Testament gibt und vier Teile im Neuen. Der erste Teil des Alten Testaments (das Gesetz) umfasst fünf Abschnitte (fünf = He, „die andere Seite“); alle anderen Teile bestehen aus vier Abschnitten. Der erste Teil des Neuen Testaments enthält vier Evangelien sowie die Apostelgeschichte. Auf diese Weise erkennen wir die Beziehung zwischen den Zahlen vier (4) und fünf (5) wieder.

Der mittlere Teil der Bibel enthält eine Sammlung von 150 Psalmen, die ursprünglich in fünf Bücher unterteilt waren. Sie spiegeln die Seele des betenden Menschen wider. Sie vermitteln Trost und Zuversicht in Gottes uneingeschränkte Liebe und Stärke. Dieser Teil heißt Tehillim, was „Lobpreisungen" bedeutet. Der letzte Psalm hat das vertraute Halleluja zum Thema, zu deutsch: „lobet Gott“.

Die Bibel ist in mehr Sprachen übersetzt und in mehr Ländern gedruckt worden als jedes andere Buch der Weltgeschichte. Viele Menschen haben bei seiner Verteidigung den Tod gefunden, denn es besitzt die Macht, selbst das finsterste Herz zu verändern.

Durch dieses heilige Buch spricht Gott zu den Menschen. Es gibt ihnen göttliche Weisung, bietet ihnen Trost in der Not und Verständnis in der Wirrnis des Lebens. Es eröffnet uns den Weg zur Überwindung von Ablehnung, Einsamkeit und Verzweiflung. Es erteilt uns Rat, weist uns zurecht und gibt uns Hoffnung auf das ewige Leben, auf Friede, Glück und Lebenssinn.

Die Bibel wurde von Menschen geschrieben, aber sie ist nicht Menschenwerk. Jede und jeder Einzelne von uns muss entscheiden, ob er sie annimmt oder ablehnt.

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Kapitelübersicht:  Prophezeiung der Apokalypse

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